Faktorinvestieren
Faktorinvestieren übergewichtet Anlagen mit Eigenschaften, die historisch den Markt schlagen. Eine Strategie zwischen passivem und aktivem Management. Verfolgen Sie Ihr Portfolio in Index Balance.
Definition
Faktorinvestieren (Factor Investing) ist eine Strategie, die Anlagen mit bestimmten Eigenschaften übergewichtet, die als „Faktoren" bekannt sind und historisch auf dauerhafte Weise überdurchschnittliche Renditen erzielt haben. Die am besten dokumentierten Faktoren sind: Wert (Value), Größe (Small Cap), Momentum, Qualität (Quality) und niedrige Volatilität (Low Volatility).
Im Gegensatz zum traditionellen aktiven Management, das einzelne Wertpapiere auswählt, folgt Faktorinvestieren systematischen und transparenten Regeln: Ein „Value"-Faktor-Fonds kauft beispielsweise alle Unternehmen mit einem niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis. Es handelt sich um eine semi-passive Verwaltungsform, die zwischen reinen Indexfonds und diskretionären aktiven Fonds liegt.
Es gibt eine akademische und praktische Debatte darüber, ob Faktoren weiterhin funktionieren werden, da sie nun weit bekannt sind. Die Evidenz zeigt, dass es lange Perioden der Faktor-Underperformance gibt (wie Value zwischen 2008 und 2020), die es schwer machen können, die Disziplin aufrechtzuerhalten. Für die meisten Privatanleger ist die Einfachheit eines MSCI-World-Fonds der Komplexität des Faktorinvestierens vorzuziehen.
Praktisches Beispiel
Der iShares MSCI World Value Factor ETF übergewichtet Unternehmen mit niedrigen Bewertungen (niedriges KGV, niedriges KBV). Zwischen 1975 und 2022 übertraf der Value-Faktor den MSCI World um etwa 1,5 % jährlich. Zwischen 2007 und 2020 verzeichnete er jedoch eine kumulative Underperformance von mehr als 40 % gegenüber dem breiten Index. Ein Anleger in diesen Faktor brauchte 13 Jahre Geduld.